Freitag, 3. August 2012
Tag 2: Viel für wenig
Hey Leute
der zweite Tag meiner Reise ist angebrochen.
Und lasst euch schon einmal soviel sagen, dass ich sehr viel gefahren bin ohne wirklich weit zu kommen. Aber dazu später.

Nachdem ich gestern mein Zelt irgendwo nahe einer Wohnsiedlung aufgeschlagen hatte, wo ich es sicher nicht durfte, bin ich bereits um 3:30 aufgestanden um das Zelt noch vor Sonnenaufgang wieder abzubauen. Immerhin hatte ich keine Interesse daran, nach der überstandenen Nacht noch Ärger oder so zu bekommen.

Die Nacht auf hartem Boden, verlief zu meiner großen Überraschung sehr gut. Zwar hatte ich die Möglichkeit, mir meine Luftmatratze aufzupumpen, allerdings war ich gestern Abend bereits so erschöpft, das ich mich einfach nur so ins Zelt gelegt und so auf dem Boden geschlafen habe.

Nachdem ich also nun um 3:30 aufgestanden bin und mein Zelt abgebaut habe, bin ich so gegen 5:00 morgens weitergefahren. Mein Ziel war es noch an diesem Tag die Japanische Hauptinsel Honshu zu erreichen. Die Brücke und die Fähre, die von Kyushu nach Honshu führt, war nicht sonderlich weit entfernt. Es sollte also kein großen Problem sein diese an einem Tag zu erreichen.
Wenn ich mich da mal nicht irren sollte...

Kaum war ich los gefahren, stieß ich bereits auf mein erstes Problem. Der scheinbar einzige Weg nach Shimonoseki (Der Stadt in die man kommt, wenn man auf Honshu landet) war über eine Autobahn, die im Gegensatz zu den Autobahnen auf denen ich gestern unterwegs war, keinen Fahrradweg hatte.

Der Gedanke, das dies wohl der einzige Weg war, schreckte mich kaum ab. Ich fuhr von da an, erst einmal quer durch die Stadt um vielleicht einen anderen Weg zu finden.
Nach ca. vier Stunden hatte ich immer noch keinen Weg gefunden und so langsam fing ich an zu zweifeln.

Zu meinem großen Glück kam ich kurz darauf an einer großen Polizeistation vorbei, wo ich mich mal schlau gemacht habe, ob es wirklich nur diesen einen Weg über die Autobahn gibt. Dort hat man mir dann gesagt, das es noch einen anderen Weg gibt, der gar nicht so weit weg war. Ich müsste allerdings kreuz und quer durch kleine Seitenstraßen fahren.
Zum glück hat mir der Polizist eine Karte mit dem Weg mitgegeben, da ich diesen mit meinem sehr ausgeprägtem Orientierungssinn(...nicht) sicher nie gefunden hätte.
Kaum hatte ich die Polizeistation verlassen und mich auf den Weg gemacht, war ich nach knapp 15 Minuten auch schon wieder auf dem richtigen Weg.

Nach den ganzen Strapazen brauchte ich jetzt aber erst einmal eine Pause. Ich kam an einem sehr schönen Park vorbei, der sich auf einem Berg befand. Dort habe ich zwei sehr nette ältere Japaner getroffen mit denen ich mich lange über alles mögliche unterhalten habe. Zwar habe ich nicht sehr viel verstanden, aber es war trotzdem sehr lustig und nett mit den zweien.
Alles in allem war ich bestimmt für drei oder vier Stunden in dem Park bevor ich mich wieder auf den Weg gemacht habe.


Laut der Polizei hätte ich jetzt eigentlich nur noch gaaaanz lange der Hauptstraße geradeaus folgen müssen bis ich nach Honshu gelangen würde. Und in der tat ich kam ich dadurch auch sehr weit. Nach einigen Stunden fahrt, bei teils extremer Mittagshitze kam ich dann auch an eine sehr vielversprechende Brücke an. Da ich die Brücke natürlich nicht benutzen konnte, da sie nur für Autos war, suchte ich nach einer Fähre, die mich auf die andere Seite bringen kann. Diese war auch sehr schnell gefunden. Sicherheitshalber frage ich die Leute die bei der Fähre arbeiteten, ob das auf der anderen Seite Honshu und Shimonoseki sei. Da sie ja sagten, nahm ich die Fähre auf die andere Seite.




Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen wie erleichtert ich zu diesem Zeitpunkt gewesen bin. Leider sollte diese Erleichterung nur einige Minuten anhalten. Denn kaum wollte ich meinen Kompass auf der anderen Seite neu ausrichten, bemerkte ich das dieser in eine total falsche Richtung zeigt. Ich war nicht von Kita Kyushu nach Shimonoseki gefahren, sondern nur in einen anderen Teil von Kita Kyushu...



Also wieder auf die Fähre und zurück zur Ausgangsposition. Von dort sollten es dann auf einmal noch ca. 10 Km bis zur richtigen Fähre sein. Da ich nach dem ganzen Stress des Tages aber schon recht erschöpft war, und es auch schon Abends wurde, entschloss ich mich die Reise für heute zu beenden und mir einen Schlafplatz zu suchen. Nachdem es gestern eine kleine Wohnsiedlung war, sollte es diesmal ein kleiner Park werden.

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Die Reise beginnt
Hey Leute,

heute war es endlich soweit. Ich habe mit meiner Reise nach Tokyo begonnen. Wobei der Tag bereits etwas anders als geplant begonnen hatte.

Denn eigentlich hatte ich es mir so vorgestellt, das ich relativ früh am Morgen (so gegen 4:30) aufstehe, damit ich gemütlich frühstücken kann und dann in aller ruhe und vor allem noch ohne unerträgliche Hitze des Tages so gegen 6:00 losfahren kann.
Aber ich kenne mich ja nun schon eine ganze Weile und natürlich kam es wie es kommen musste und ich habe verschlafen.
Also bin ich nicht wie geplant gegen 4:30 aufgestanden, habe nicht gemütlich zu frühstück gegessen und bin auch nicht um 6:00 morgens losgefahren.
Stattdessen bin ich erst um kurz vor 6:00 aufgestanden, habe selbstverständlich nicht gemütlich zu frühstück gegessen, da ich mich ja beeilen wollte und bin dann trotzdem erst irgendwann vor 8:00 losgefahren. Wie ihr euch sicher denken könnt, war es dann auch schon nicht mehr so sonderlich kühl, da die Sonne nun schon seit etwa 2-3 Stunden am scheinen war.
Alles in allem war das ja schon einmal ein sehr gelungener Start der Reise....... NICHT !!!

Aber sind wir doch mal ehrlich. Wenn die Reise so anfängt, kann es ja nur besser werden... oder?

Also bin ich dann, wie ja bereits erwähnt so gegen 8:00 losgefahren mit dem Tagesziel die Stadt Kita Kyushu zu erreichen, die ca. 60-70 Km von Fukuoka entfernt liegt.
Da es aber wie gesagt schon recht warm war, konnte ich gar nicht sehr lange fahren, bis ich meine erste Pause einlegen musste. Die habe ich im sehr schönen Kashii Schrein am Rande von Fukuoka gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits knapp zwei Stunden unterwegs und hatte irgendwas mit 15 Km zurück gelegt. Nicht sehr viel aber auch nicht so wenig.

Nach meiner "kurzen" 45 Minuten Pause im Kashii Schrein, habe ich mich dann in Richtung Koga aufgemacht. Eine Stadt oder mehr ein etwas größeres Dorf, welches auf meinem Weg nach Kita Kyushu liegt. Koga liegt etwa 10-15 Km vom Kashii Schrein entfernt, womit ich dort ungefähr eine Stunde nach meiner Pause angekommen bin.

Und auch wenn meine letzte Pause erst eine Stunde her war, war ich durch die zunehmende und langsam immer unerträglich werdende Hitze bereits zu meiner nächsten Pause gezwungen. Diese habe ich einem kleinen Park gemacht, wo ich mich auch über die gesamte Mittagszeit aufgehalten habe.
Das was ich bis dahin von Koga gesehen habe, schien es eine sehr schöne und friedliche Stadt(/Dorf) zu sein. Von den Gebäuden und besonders den Wohnungen sah es recht "alt Japanisch" aus. Genauso wie ich es mag, und wie sich die meisten Ausländer Japanische Häuser vorstellen.



So gegen 4:00 Nachmittags habe ich dann meine Zwangspause beendet und habe mich dann voller Zuversicht weiter auf den Weg nach Kita Kyushu gemacht. Es waren ja nur noch läppische 40 Km bis dahin.

Nach einer von da an ständigen Berg auf und ab fahrt, wovon ich selbstverständlich die Abfahrten bevorzugt habe, bin ich dann irgendwie auch gegen 9:00 Uhr Abends in Kita Kyushu angekommen.
Seltsamerweise habe ich die Entfernungsangaben der Straßenschilder nicht ganz verstanden. Denn vielleicht 20-30 Minuten bevor ich in Kita Kyushu angekommen bin, stand auf dem Schild "Kita Kyushu: 22Km", und wie gesagt habe ich nach etwas über 20 Minuten dann schon das Schild gesehen, das ich nun in Kita Kyushu sei.



Nun mir sollte es recht sein, denn immerhin hatte ich mein Tagesziel erreicht. Und von dort aus sollte es nicht mehr weit bis zur Japanischen Hauptinsel Honshu sein.

Froher Gedanken und natürlich auch voller Stolz über meine Taten des Tages, habe ich mir ein etwas abgelegenes Plätzchen außerhalb einer Wohnsiedlung gesucht, um dort mein Zelt für die Nacht aufzuschlagen. Ich war mir zwar sehr sicher, das ich es dort nicht hätte aufbauen dürfen, aber nach so vielen Stunden fahrt, war ich so erschöpft, das mich solche Kleinigkeiten nicht mehr gekümmert haben.

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